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Digitale Ästhetik: Wenn KI und Robotik im Museum zu Kunst werden

der City News Service berichtet, hat die Shanghai Artists Association im Haipai Museum ihre erste große Tech-Art-Schau eröffnet.

aktualisiert 13. September 2026

Digitale Ästhetik: Wenn KI und Robotik im Museum zu Kunst werden

Die »Wisdom · Artistry 2026 Sci-Art Exhibition« versammelt 56 Werke zwischen KI, Robotik und erweiterter Realität – und macht eines deutlich: Hier wird nicht nur gesehen, hier wird mitgewirkt.

Wenn die Kunst den Besucher sucht

Im Zentrum der Schau stehen vier Themenfelder: das Zusammenleben von Mensch und Maschine, urbane Erinnerung, natürliche Ökologie und die Wiederbelebung immaterieller Kulturgüter. Was die Ausstellung besonders macht, ist ihr konsequent interaktiver Ansatz. Viele Werke reagieren auf Bewegung, Nähe und Präsenz – feine, versteckte Details zeigen sich laut Bericht erst, wenn man wirklich näher tritt und mit dem Werk interagiert. Das erzeugt ein bewusst inszeniertes Wechselspiel zwischen futuristischer Technologieatmosphäre und klassischer Schönheit, das zugleich zu einem beliebten Fotomotiv avanciert. Wer mit der Kamera kommt, sollte die Belichtung manuell im Griff haben: Das Spiel aus projiziertem Licht und Reaktion lässt sich mit Automatik kaum einfangen.

Eine Welle, die Räume öffnet

Shanghai steht mit dieser Eröffnung nicht allein. Weltweit zeigen Ausstellungen im September, wie sich historische Räume und neue Fragestellungen gegenseitig befragen. In Rom öffnet die Trinità dei Monti nach umfangreicher Restaurierung erstmals ihre Alte Bibliothek der Öffentlichkeit – mit der Schau »Hypothèse de lecture«, kuratiert von Gaia Bobò und Teresa Ranchino. Die Direktorin Marie-Pierre Dabadie setzt damit ein Signal: Statt einer historistischen Huldigung gibt es zeitgenössische Antworten italienischer und französischer Künstlerinnen und Künstler. Der belgische Architekt Olivier Goethals hat für die Schau eine Phantom-Architektur errichtet, die an die verlorene Sammlung von rund 9.000 Bänden erinnert – die Bestände wurden 1798 während der Revolutionswirren zerstreut. Die Restaurierung, die seit 2003 in Zusammenarbeit mit den Laboren der Vatikanischen Museen lief, hat eine der monumentalsten bemalten Holzdecken Roms freigelegt. Die eingeladenen Arbeiten kreisen um Gedächtnisverlust und Zerstreuung, um Wort und Bild, um Fragment und das antike Konzept der Spolien – und schlagen damit eine Brücke zur römischen Archäologie. Begleitet wird die Schau von einem Programm mit der Bibliotheca Hertziana, der Villa Medici und der Società delle Api, im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Rom und Paris.

Wie aus den Titelmeldungen weiterer Quellen hervorgeht, eröffnet zudem in Taschkent ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst mit einer Ausstellung, die zwischen Kulturen vermitteln soll. Auch die Plattform »Nuhwa Contemporary« wird nach Meldung von K-ARTNOW als Brücke zwischen asiatischer und Golfregion-Szene angekündigt – Details zu beiden Vorhaben liegen bisher nur in Titelform vor.

Drei Hinweise für unterwegs

Wer eine dieser Schauen besucht, sollte sich auf drei Dinge einlassen: Zeit für langsames Hinsehen, die Bereitschaft zur Interaktion und einen wachen Blick auf den Raum selbst. In Shanghai sind viele Werke erst auf den zweiten Blick lesbar – die kuratorische Inszenierung belohnt Geduld. In Rom lohnt der Blick nach oben: Die frisch restaurierte Holzdecke der Alten Bibliothek gehört zu den eindrucksvollsten ihrer Art in der Stadt; das Ausstellungsformat stellt bewusst das Konzept der Spolien ins Zentrum – jenes römische Prinzip, gebrauchte Spuren in neue Werke einzuschreiben. Und für Fotografen: Beide Häuser sind als Bildmotive komponiert. Wer ohne Stativ kommt, sollte mit offener Blende und ruhiger Hand arbeiten – dann lohnt sich der Weg auch durch den Sucher.

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