Kontrastreiche Raumgestaltung: Gary Tatintsian Gallery in Dubai neu inszeniert
Wie trennt man auf 338 Quadratmetern helle Ausstellungsflächen von einem intimen Museumsraum, ohne den Raumfluss zu kippen?

Nach Angaben von designboom.com hat das MAST Studio unter Vladislav Gaiduk für die Gary Tatintsian Gallery im Dubai Design District eine Antwort gefunden, die mit wenigen räumlichen Eingriffen auskommt.
Vom L zum Rechteck
Die Ausgangsform war eine L-förmige Einheit. Das Studio gliederte sie um ein gerades rechteckiges Volumen neu: ein Bürobereich in der Mitte, je eine Ausstellungshalle links und rechts. Ein separater Abschnitt nimmt den Museumsraum und das Lager auf. Die verglaste Schaufensterfront lieferte zu wenig Hängefläche. Lösung: Wände parallel zur Verglasung, ein Durchgang dazwischen. Die Fassade kündigt die Ausstellung an, das Werk bleibt jedoch nur im Vorbeigehen teilweise sichtbar. Innen halten Trennwände Abstand zur Decke und halten die Sicht zwischen den Zonen durchgängig.
Weiße Hülle, dunkler Kern
Die Ausstellungshallen bleiben hell und neutral. Wände enden unter der Decke; Tageslicht fällt durch die Schlitze oberhalb der Wandkronen ein und sorgt für eine weiche, gleichmäßige Grundhelligkeit. Hinter einer großen Trennwand setzt ein überdimensionierter Durchgang den Auftakt für den Museumsraum. Dunkle, ziegelfarbene MDF-Platten behalten ihre rohe Oberfläche, das Licht wird zurückgenommen. Die Stoßfugen der Platten gliedern die Wand in ein ruhiges Raster, sodass die Konstruktion wie eine geschlossene Kiste um die Sammlung wirkt. Als Referenz nennt das Studio das Nationalmuseum von Katar in Doha und das Louvre Abu Dhabi.
Was bleibt für die Planung
Drei Punkte tragen das Konzept: die L-förmige Grundform, die aufgelöste Wandhöhe und der Materialwechsel zwischen weißer Gipsfläche und rohem MDF. Wer Ausstellungsräume entwirft, sieht hier, wie ein einziges räumliches Muster zwei sehr unterschiedliche Stimmungen erzeugt – ohne aufwendige Haustechnik. Die Statik bleibt so einfach wie die Geometrie.