Art Basel Paris: Die Highlights der Kunstmesse im Grand Palais und der Stadt
73.000 Besucher im vergangenen Jahr, 211 Galerien aus 41 Ländern, 4,5 Milliarden Dollar Umsatz allein auf dem französischen Kunstmarkt 2025 – die Zahlen der Art Basel Paris lesen sich wie ein Manifest.

Doch wie ArteFuse berichtet, geht es bei der fünften Ausgabe, die vom 23. bis 25. Oktober 2026 den Grand Palais zurückerobert, weniger um Zahlen als um eine Grundsatzfrage: Wie viel Messe verträgt eine ganze Stadt?
Die Stadt wird zum zweiten Messestand
Unter dem neuen Direktor Karim Crippa greift die Kunstmesse über ihre eigenen Wände hinaus. 64 der teilnehmenden Galerien betreiben nach Angaben von ArteFuse bereits Räume in ganz Frankreich, das öffentliche Programm zieht sich durch halb Paris: Petit Palais, Palais d'Iéna, Cité de l'architecture et du patrimoine, Beaux-Arts de Paris – aber auch Plätze wie die Avenue Winston-Churchill und die Place Clemenceau werden zur Bühne. Wer zwischen den Ausstellungsorten läuft, durchquert dabei Architektur, die selbst Geschichten erzählt: Belle Époque trifft auf Klassizismus der Zwischenkriegszeit, moderne Glasdächer auf barocke Achsen. Für Fotografinnen und Fotografen ist das ein Geschenk – die Messe beginnt nicht am Eingang, sondern in den Straßenzügen dazwischen.
Was im Grand Palais zu erwarten ist
Im Inneren bleibt der Grand Palais das schlagende Herz. 183 Galerien besetzen den Hauptsektor, 16 Solo-Präsentationen den Bereich Emergence, zwölf forschungsorientierte Projekte den Sektor Premise – der in diesem Jahr in den größeren Salon Seine umzieht. 32 Galerien feiern ihre Premiere, sechs steigen aus Emergence in den Hauptsektor auf. Kleinere, aber folgenreiche Verschiebungen: Das Gesprächsprogramm Conversations zieht in das Auditorium, ein neuer Eingang am Square Jean Perrin soll den Besucherstrom entzerren, und das Format Oh La La! kehrt für zwei Tage mit neu kuratierten Booth-Hängungen zurück. Diesmal verantwortet die französische Schauspielerin Philippine Leroy-Beaulieu die Inszenierung unter dem Motto "Myths and Legends" – ein Thema, das starke visuelle Geschichten verspricht.
Was sich für Architektur- und Fotografie-Begeisterte lohnt
Die Bandbreite reicht von Malerei und Skulptur über Installation und Fotografie bis zu Performance, Film, Literatur, Tanz und Neuen Medien. Wer mit der Kamera anreist, sollte die Wege zwischen den Außenstationen als eigenständiges Programm begreifen: Das Licht an der Place Clemenceau unterscheidet sich fundamental von der Atmosphäre im Innenhof der Beaux-Arts. Auch der Wechsel zwischen monumentalen Innen- und intimeren Außenräumen bietet Serien, die über das bloße Messefoto hinausgehen. Dass Frankreich laut ArteFuse nach den Erhebungen von Art Basel und UBS 2025 mit 4,5 Milliarden Dollar zu den großen nationalen Kunstmärkten zählt, erklärt auch, warum Paris sich diese Inszenierung leisten kann. Eine Frage bleibt: Wie viel Messe steckt am Ende wirklich in der Stadt?