Architektur im Einklang mit der Natur: 10 Projekte, die mit der Landschaft verschmelzen
000-Quadratfuß-Resort, dessen Dächer Erde und einheimische Vegetation tragen – die BBC stellt in einer aktuellen Übersicht zehn Projekte der Shortlist des World Architecture Festival vor.

Zehn Bauten, die mit der Wildnis verschmelzen
Ein 40.000-Quadratfuß-Resort, dessen Dächer Erde und einheimische Vegetation tragen – die BBC stellt in einer aktuellen Übersicht zehn Projekte der Shortlist des World Architecture Festival vor. Das Festival findet in diesem Jahr in Florida statt und versammelt Bauten, die weniger als isolierte Objekte funktionieren denn als Verhandlungen mit Topografie, Klima und Vegetation. Für alle, die mit wachem Blick unterwegs sind, lohnt sich der Blick in diese Shortlist besonders – sie zeigt, wohin eine Architekturgeneration steuert, die nicht mehr gegen die Landschaft arbeitet, sondern mit ihr.
Warum die Natur jetzt mitredet
Das World Architecture Festival (WAF) ist die jährliche Standortbestimmung der internationalen Architekturszene – und seine Shortlist verrät viel über die aktuellen Strömungen. In diesem Jahr fällt auf, wie konsequent sich die Projekte in ihre Umgebung schmiegen. Der WAF-Gründer Paul Finch beschreibt gegenüber der BBC ein wachsendes Interesse daran, Natur nicht als Aussicht, sondern als Bauprinzip zu begreifen – über begrünte Dächer, offene Terrassen und nach außen gestülpte Wohnflächen. Gute Gebäude werden demnach zunehmend als umweltbewusst gelesen, nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit.
Drei Projekte zum genaueren Hinsehen
Ein Resort, das im Hang verschwindet. Das 40.000-Quadratfuß-Projekt von Aslam Sham Architects windet sich über abschüssiges Terrain mit geschwungener Außenlinie. Villen, Restaurant und Pool gruppieren sich eng; ihre begrünten Dächer tarnen den Komplex buchstäblich. Die ostseitige Fassade empfängt sanftes Morgenlicht, die rückwärtige Westseite schützt vor harter Mittagshitze – eine kluge Choreografie mit der Sonne.
Ein Haus im Kokoshain. Atelier Design N Domain (ADND) hat in Kerala ein horizontales Wohnhaus entworfen, das im Namen sein Programm trägt: „Terra" – lateinisch für Erde. Hohe Kokospalmen verbergen den Baukörper; gleichzeitig durchstoßen Öffnungen im Dach die Hülle, sodass Tageslicht ins Innere flutet. Verbundene Innenhöfe lassen Luft durch die Räume zirkulieren. Laterit-Stein und Terrakotta-Oberflächen binden das Haus farblich wie materiell an seine Landschaft.
Ein Pavillon am heiligen Berg. Am südlichen Fuß des Mount Emei in Sichuan – einem der vier heiligen buddhistischen Berge Chinas und UNESCO-Welterbe – haben Lacime Architects ein Zentrum für einen privaten Wellness-Resort entworfen, das auch öffentlich zugänglich ist. Das Dach referenziert mit welligen Bögen die Hügelsilhouetten und mit einer kantigen Spitze den Berggipfel. Die metallisch-graue Hülle spiegelt den Schimmer des benachbarten Guanshan-Sees.
Worauf es beim Hinschauen ankommt
Architektur, die mit der Natur verschmilzt, verlangt ein anderes Auge. Wer mit der Kamera reist, sollte nicht nur das Gebäude isolieren, sondern die Nahtstellen suchen – dort, wo ein Dach in Bepflanzung übergeht, wo Material und Stein regional verankert sind, wo die Lichtführung den Tageslauf inszeniert. Diese Übergänge verraten mehr über die Haltung einer neuen Architekturgeneration als jede einzelne Fassade.