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Das neue Suzhou Museum von BIG: Ein architektonisches Dorf aus zwölf Pavillons

hou Museum of Contemporary Art am Ufer des Jinji-Sees hat nach Angaben von Designboom am 30.

aktualisiert 03. September 2026

Das neue Suzhou Museum von BIG: Ein architektonisches Dorf aus zwölf Pavillons

August 2026 für den Publikumsverkehr geöffnet. Der 60.000 Quadratmeter große Komplex wurde von Bjarke Ingels Group (BIG) gemeinsam mit ARTS Group, VIA.inc und SHUISHI realisiert. Für BIG handelt es sich um das erste fertiggestellte Kunstmuseum — ein Umstand, der die bauliche Logik des Hauses für jeden, der genauer hinschaut, besonders prüfenswert macht.

Ein Dach, zwölf Häuser

Die zentrale statische und räumliche Frage: Wie fasst man zwölf eigenständige Pavillons zu einem lesbaren Gebäude zusammen, ohne sie in einen geschlossenen Block zu zwingen? Die Lösung der Architekten liegt in einem durchlaufenden, bandartigen Dach, das alle Pavillons überdeckt und auf einem zentralen überdachten Korridor aufliegt — der „lang". Diese Form des überdachten Verbindungsgangs stammt aus der Tradition chinesischer Gärten und übernimmt hier die Rolle der Hauptzirkulation.

Die „lang" ist das eigentliche tragende und ordnende Element der Anlage. Von ihr zweigen kleinere Routen ab, die einzelne Ausstellungsräume und Gärten erschließen. So entsteht kein geschlossener Raumfluss, sondern ein verzweigtes Wegenetz zwischen Stadt und See. Für die Tragwerksplaner bedeutet das: viele relativ kleine Punktlasten, die über das durchgehende Dach zu einer Gesamtfigur zusammengebunden werden müssen.

Brücken, Tunnel und die fünfte Fassade

Die vertikale Erschließung erfolgt über Brücken und Tunnel, die Bereiche oberhalb und unterhalb des Bodenniveaus verbinden. Das Tragwerk muss daher nicht nur Eigenlast und lokale Aufbauten wie Brüstungen und Stege ableiten, sondern auch unterschiedliche Höhenniveaus bruchlos anschließen. BIG-Partnerin Catherine Huang spricht in diesem Zusammenhang von städtischer Porosität — also einer Bauweise, die Durchlässigkeit statt Absperrung erzeugt.

In der Aufsicht bildet das Dach eine geschlossene Figur, die laut BIG an einen Endlosknoten erinnert. Direkt neben dem Gelände steht ein Riesenrad, dessen Kabinen künftig über das Museum hinwegfahren. Damit wird die Dachoberfläche nach Angaben der Architekten zur fünften Fassade — einer Ansicht, die ebenso präzise konstruiert sein muss wie jede Außenwand am Boden. Huang vergleicht die Aufsicht mit traditionellen Papierschnitt-Mustern, die den Garten von oben rahmen.

Vom Boden aus betrachtet

Was in der Luft als grafische Komposition liest, löst sich am Boden in eine Abfolge von Gärten, Ausstellungsräumen und Wegen auf. Bjarke Ingels beschreibt das Haus laut Wallpaper als chinesischen Garten aus vernetzten Galerien, verteilt über das Gelände wie Pavillons in einem Park. Das Museum soll zur Verbindung zwischen Stadt und See werden statt zum Hindernis.

Zum Auftakt zeigt das Haus unter anderem die Schau „Materialism" über zehn Werkstoffe aus der BIG-Geschichte sowie eine Picasso-Ausstellung und eine umfassende Präsentation zeitgenössischer chinesischer Kunst. Der Schwerpunkt liegt nach Angaben des Hauses auf dem Austausch zwischen westlichen und östlichen Kunsttraditionen.

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